Über die Ungeduld

Gerade in “Bella Block” gehört; gewissermaßen eigentlich gesehen, aber um diese Spitzfindigkeiten geht’s gerade einmal nicht:

Kommt ein Mann in einen Spielzeugladen.
“Bitte ein Geduldsspiel, aber zack, zack.”

Der hat mich vollends unvorbereitet getroffen. Aber dafür mächtig.

Nichts als die Wahrheit … über Beerdigungen

Aus dem Film “Nichts als die Wahrheit” ein charmantes Zitat:

A man can live a good life, be honorable, give to charity, but in the end, the number of people who come to his funeral is generally dependent on the weather.

Ergometer ade!

Hieß es an dieser Stelle vor einem Jahr noch sinngemäß “Ergometer olé”, so ist diese Episode nun abgehakt. War ich anfangs noch dank Motivationshoch sehr engagiert bei der Sache, so bin ich nach wenigen Monaten – im wahrsten Sinne – aus dem Tritt gekommen und habe nie wieder ernsthaft auf den Ergometer zurück gefunden.

Seit Monaten stand dieses Ding nun ausschließlich sinnentleert in der Gegend herum. Mir im Weg und sich selbst – so bin ich mir sicher – auch nicht zum Gefallen. Dieses Jahr dann habe ich erkannt, dass das nie wieder etwas werden wird, mit uns beiden. Also habe ich zaghaft begonnen, den Freundeskreis auf potentielle Interessenten abzuklopfen. Ich fühte mich wie ein einsamer Rufer in der Wüste.

Bis heute. Es gibt sie nämlich noch, diejenigen, die ihre bisherigen Ergometer zu Tode trampeln und sich über Nachschub freuen.

Somit: Erleichterung auf allen Seiten. Sogar der Ergometer hat wieder Hoffnung geschöpft, in Aussicht auf bestimmungsgemäße Verwendung.
Wenn das kein schöner Sonntag ist.

Von einem unglücklichen Wegbegleiter

Mit dem Loslassen im Generellen ist es so eine Sache; scheint es mir. Wie das Leben so zeigt: wohl nicht nur mir. Wo das zwischenmenschliche Loslassen eine ganz besondere Herausforderung ist, vor die man oftmals unwillkürlich gestellt wird, kann das dingliche Loslassen ein Quell erheblicher Ruhe und Zufriedenheit im Leben sein.

Unabhängig davon, ob es um die Bestseller-basierte Variante “Simplify your Life” geht, oder einfach nur einen Artikel im aktuellen Stern Nr. 43 / 2010 mit dem Titel “Ein Aufräumberater sorgt für mehr Platz im Haus”.

Und schon finde ich mich mitten im Ausmisten. Bis ich auf eine beinahe 10 Jahre alte Ansichtskarte von Freunden stoße, die mich wohl weitere 10 Jahre begleiten wird (und die Freunde hoffentlich auch). Der Grund, weshalb ich an der Karte festhalten werde, ist schlichtweg das Motiv: Das Gemälde “The Miserable Man” von Martin Bigum:

Man muss ja netterweise nicht alles loslassen.
Zumindest noch nicht.

Glück und Unglück

Wiedereinmal ein Zitat, diesmal eines von Wilhelm Busch, das mir bei einem Spaziergang durch die Arkade in Linz nachgerade entgegen gesprungen ist:

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.

Da fielen mir schon so zwei, drei Adressaten ein, denen man das am liebsten mitten ins Gesicht brüllen würde. Aber ob sie’s verstünden bleibt zu bezweifeln.

Der Sinn des Lebens

Heute wurde ich auf folgendes Zitat von Sir Peter Ustinov gestoßen:

Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß.
Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.

Gefällt mir.

Versäumtes #1: Gitarre spielen lernen

Das Leben vergeht, es wird gelebt. Chancen scheinen immer in der Zukunft zu liegen. Bis man irgendwann erkennt, dass einem manche Möglichkeit nicht mehr offen steht.
Zumindest in diesem Leben.

Gitarre spielen lernen scheint mir eine dieser Möglichkeiten in meinem Leben zu sein. Vor allem dann, wenn ich mir am Beispiel Antoine Dufour anschaue, wie gut man es können könnte:

Aber glücklicherweise ist die sich stellende Frage ja nicht, welche Chancen bereits vertan sind, sondern welche noch vor einem liegen.

Wohin geht die Reise?

Ich sag’s gleich: Ich hab’ keinen Plan. Lebensplan, meine ich.

Die Frage, was ich im Leben (oder – für den Fall, dass es derer mehrere geben sollte – zumindest in diesem Leben) noch erleben möchte, kommt mir seit vielen Jahren ziemlich befremdlich vor. Angeblich müsse man ja ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen wollen. Von diesen drei vermeintlich erstrebenswerten Zielen erschiene mir das mit dem Haus ja noch am plausibelsten, aber aus finanziellen Gründen doch so fern meiner Realität, dass ich das eigentlich abgehakt habe – den optionalen Lotto-Gewinn einmal ausser Acht lassend.

Auch die Karriere war noch nie groß ein Thema. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals für einen Job beworben zu haben. Die sind mir immer passiert. Vermutlich war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ob dieses Timing (m)ein Leben lang anhält? Mal schauen.
Meine Ausbildung hingegen war in der Tat ein Ziel und durchgängig geplant, seit jungen Jahren. Was ich damals jedoch nicht wissen konnte, war der Umstand, dass mich meine berufliche Entwicklung so weit von meinem Berufswunsch entfernen würde, dass ich mir die Ausbildung hätte sparen können bzw. dass ich besser ein anderes Studienfach belegen hätte sollen. Dieser eine mir erinnerliche Plan entwickelte sich also nicht so prickelnd.

Die wunderbare Frau an meiner Seite war – bitte nicht falsch verstehen – auch kein Lebensziel. Ich war einfach nicht auf der Suche, eher im Gegenteil. Mit dem Alleinsein hatte ich noch nie ein Problem. (Die Zeitgenossen und -innen, die sich in Beziehungen vor Einsamkeit sicher wähnen, sind sowieso nicht zu beneiden.)
Wir sind uns gewissermaßen passiert und seit vielen Jahren glücklich.

Mir kommt aber vor, ich kenne so viele Leute, die Ziele im Leben verfolgen. Einige von Ihnen haben sogar die zugehörigen Pläne, wie sie die Ziele glauben erreichen zu können.

Daher stellt sich mir die Frage, ob nur mein Leben Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat recht unspektakulär den Weg alles Zeitlichen dahinplätschert, geprägt vorrangig durch diesen ominösen “Alltag”? Verschwende ich hier gerade mein Leben, weil ich auf keine dieser weit verbreiteten Lebensziele hinarbeite?
Nicht dass ich gerade vor hätte mich daran aufzureiben, denn meine Zufriedenheit erachte ich als recht hohes Gut, aber meine grundlegende Planlosigkeit hat mich seit jeher etwas irritiert.

Muss ich einen Porsche haben wollen? x Millionen Euro? Den Kailash umrunden? Australien bereisen? Alle Dreitausender Österreichs besteigen? Das Ungeheuer von Loch Ness finden? Mich sozial engagieren? Wieder ein aktiver Christ werden?

Das macht mich hin und wieder einfach nachdenklich.

PS: Eine Sache gäb’s da schon. Nicht arbeiten müssen und somit tun können, was ich möchte. Für diesen Fall der Fälle kultiviere ich sicherheitshalber bereits seit längerem zwei, drei Ideen. Ich habe auch keinerlei Zweifel daran, dass mir nicht langweilig wird. So gesehen würden die x Millionen Euro sicher helfen, aber als Lebensziel kann das einfach nicht ernsthaft herhalten.
Ich wüsste nämlich nicht, wie ein entsprechender Plan für den Weg dorthin aussehen könnte.

Parkour – der kürzeste Weg ist eine Gerade

Dieses Video zu “It’s not my time” von 3 Doors Down führt eindrucksvoll vor Augen, was ein Traceur imstande ist zu bewältigen: Quer durch die Stadt zu laufen ohne sich um gemeinhin als Hindernisse bezeichnete Bauten zu scheren. Einfach durch, drüber, drunter aber Hauptsache hinweg. In Verbindung mit der Eleganz der Bewegungsabläufe ergibt das einen selten gezeigten Genuss.
Das gilt auch für sportliche Nicht-Existenzen wie mich.
Und nein, ich werde nicht dem Parkour-Sport anheim fallen.

Ein Fischer am Capitol in Athen.

April #1

Wir haben einen neuen Bundespräsidenten. Es ist der alte.
Was für eine Überraschung. Yeah.

April #2

Griechenland ist angeblich pleite, benötigt internationale Finanzhilfe im Ausmaß von weniger als einem jährlichen Budgetdefizit Deutschlands und muss dafür nicht nur quasi einen Offenbarungseid leisten, nein, darüber hinaus muss Griechenland auch noch all jene Sparmaßnahmen „sofort“ umsetzen, welche in anderen EU-Nationen in Wahlkampfzeiten gebetsmühlenartig angekündigt werden um nach Wahlen mit schlafwandlerischer Sicherheit wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ich will nicht so sein: Sagen wir, sie werden halbherzig angegangen, oder – da immer etwas dringenderes dazwischenkommt – auf die längere Bank geschoben. Weil Sparen ist eben doch eher lästig, denn man befindet sich ja immer irgendwie im Wahlkampf und da kommen unangenehme – Wähler verschreckende – Maßnahmen wie Verwaltungsreformen mit einhergehenden Personalreduktionen im Staatsapparat einfach viel zu selten wie gerufen.

April #3

Die Anhörung der Goldman Sachs Leute vor dem Senatsausschuss am 27. April war spannender als so mancher Krimi. Nicht, dass die Senatoren erfolgreich den Eindruck vermitteln hätten können, die Abläufe und Zusammenhänge der inkriminierten CDOs erfasst zu haben, geschweige denn die genauen Aufgaben von Börsenmaklern verstanden zu haben, viel eher schien die öffentliche Befragung im Sinn einer „peinlichen Befragung“ im Vordergrund zu stehen.

Dass natürlich keiner der Befragten gemäß Selbsteinschätzung etwas falsch gemacht hat bzw. der Meinung ist, ethisch zweifelhafte Entscheidungen getroffen zu haben oder auch nur in irgendeiner Art und Weise die Finanzkrise mitzuverantworten, versteht sich von selbst. Sie haben die Ihnen gestellten Aufgaben als Börsenmakler nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt.

Ein Attentäter würde vermutlich in einer Selbsteinschätzung ähnlich antworten. Wenn er ein guter Vertreter seiner Zunft ist, seine Aufträge zur Zufriedenheit seiner Kunden erledigt, dann hat er keinen Fehler begangen. Was den Attentäter mit dem Börsenmakler verbindet ist – und darauf hätte der Senatsausschuss hinauslaufen können – inwiefern die Berufswahl den ursächlichen Fehler darstellt. Dass man in der Folge den einmal gewählten Beruf bestmöglich erledigen möchte, ist per se wenig verwerflich.

Aber immerhin: Die Burschen „stehen zu ihrer Verantwortung“. Was auch immer das heißen mag. Im Unterschied dazu wird ein Attentäter möglicherweise zur Verantwortung gezogen. Aber das könnte diesen Herren ja nun auch passieren.
Vielleicht wären sie besser Zuckerbäcker geworden. Das hätte viele Menschen vor einer Menge Schaden bewahrt, aber wohl weit mehr Menschen eine Menge Reichtum gekostet.

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