Nichts als die Wahrheit … über Beerdigungen

Aus dem Film “Nichts als die Wahrheit” ein charmantes Zitat:

A man can live a good life, be honorable, give to charity, but in the end, the number of people who come to his funeral is generally dependent on the weather.

Glück und Unglück

Wiedereinmal ein Zitat, diesmal eines von Wilhelm Busch, das mir bei einem Spaziergang durch die Arkade in Linz nachgerade entgegen gesprungen ist:

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.

Da fielen mir schon so zwei, drei Adressaten ein, denen man das am liebsten mitten ins Gesicht brüllen würde. Aber ob sie’s verstünden bleibt zu bezweifeln.

Aufgegeben wird ein Brief

Der heute im Tagesspiegel erschienene Kommentar “Die Krise – ein Schauspiel der Ohnmacht” liefert ein Resumée der vergangenen Finanzkrisenmonate, das sich gewaschen hat. Nicht zuletzt hinsichtlich des politischen Handtuchs, welches trotz vollmundiger Ankündigungen dann dennoch derart willfährig in den Ring geworfen wurde.

Ergänzend möchte ich dann eigentlich nur noch Erich Kästner zitieren:

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern. (Erich Kästner)

Das Konzept der “Delegation nach oben” mag zwar einladend, aber bei weitem nicht immer sinnvoll sein; vor allem dann nicht, wenn “oben” dann dermaßen auf ganzer Linie gekniffen wird.

Daher darf man einfach nie vergessen, dass jede/r einzelne selbst auch in der Pflicht steht, die Welt zu verändern.
Jeden Tag ein kleines Stück. Wozu gibt’s denn sonst eine “Einflusssphäre”?

Aufgegeben wird ein Brief.

Der Rechtschreibfehler im Ausländer-Check

Beim jüngsten Beitrag des BZÖ zur an Beiträgen andernfalls ja dramatisch unterbemittelten Immigrationsdiskussion handelt es sich um die verzweifelte Verfolgung des Mottos “drei Mal abgeschnitten und noch zu kurz”. Auch wenn die Diskussion an und für sich natürlich eine weder verwerfliche noch unpassende ist, so haftet ihr – nicht zuletzt aufgrund der im politischen Wettbewerb gerne so primitiv praktizierten Wahlkampfattitüde – ein Beigeschmack an, der vermuten lässt, es ginge dem Betreiber nicht um den Inhalt, sondern nur um seinen eigenen politischen Gewinn. Vor dem Hintergrund, dass die politische Maschinerie eine sehr vielschichtige ist – und es darf geunkt werden, dass dieser Umstand ein künstlich aufrechterhaltener ist, um darauf aufbauend das Wahlvolk im Glauben der politischen Notwendigkeit gefangen zu halten – mag es durchaus eine Mehrheit involvierter Personen geben, denen tatsächlich an der Sache gelegen ist. Je höher die ihnen zuordenbare Kamerapräsenz jedoch ausfällt, desto vordergründiger das politische und darob populistische Kalkül. Und ständig schlagen sie in die gleichen Kerben “Immigration” und “Sicherheit”, sind total brüskiert, wenn ihnen vorgehalten wird, sie würden nur Ängste der Bevölkerung zum eigenen politischen Nutzen schüren und haben die Miene der beleidigten Leberwurst perfektioniert.

Aber womöglich handelt es sich beim “Ausländer-Check” ja nur um einen Schreibfehler? Es wäre ja nicht das erste politische Missverständnis in unserer Republik. Vielmehr könnte es sich – gemäß dem phonetischen Wortstamm – eigentlich um einen Ausländer-Scheck handeln.

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Beobachtung im Straßenverkehr

Seit langem fällt mir auf, dass es oftmals der letzte einer Kolonne ist, der auf seinen Vorrang verzichtet um andere abbiegen oder in den Fließverkehr einbiegen zu lassen.

Weshalb bloß meistens ausgerechnet der letzte? Da macht es ja ohnedies beinahe – mit Ausnahme der Geste der Freundlichkeit – keinen Sinn mehr. Ob es damit zusammenhängt, dass der letzte in einer Kolonne durch seine Wahrnehmung aus den Rückspiegeln weiß, dass er durch diesen Vorrangverzicht keine weiteren Verkehrsteilnehmer aufhält und es ihm deshalb leichter fällt als den vor ihm fahrenden?

Ein Mysterium. Aber ein sich laufend wiederholendes.

Der heilige Asylant.

“Asylrecht ist ein heiliges Recht, aber wer gegen dieses Recht verstößt, hat auch keinen Anspruch.”
(Josef Pröll)

Abgesehen davon, dass diese Formulierung etwas meschugge ist (wie kann man gegen ein Recht verstoßen?), sagen wir der Einfachheit halber, dass mit einem Recht immer – sozusagen als “Schattenseite” – gewisse Pflichten einhergehen. Und gegen diese kann man verstoßen, darf es aber natürlich nicht.

Am Beispiel meiner staatsbürgerlichen Rechte ist eine der Konsequenzen auf der Pflichten-Seite, dass ich mich an Gesetze zu halten habe. Angenommen ich verstoße gegen ein Gesetz und übertrete die zulässige Höchstgeschwindigkeit in einer Tempo-30-Zone um 20 km/h. Was dann? Verliere ich dann meinen Anspruch auf meine österreichische Staatsbürgerschaft?
Bis dato wäre ich davon ausgegangen, dass nicht. Immerhin sollte eine Strafe dem Vergehen angemessen sein.

Dem – wie zumeist natürlich aus dem Kontext gerissenen – Zitat von Josef Pröll folgend schiene es aber ziemlich legitim zu sein, Asylwerbern bei jedwedem Pflichtvergehen sofort ihr “heiliges” Asylrecht in Abrede zu stellen. Um das zeitnahe erkennen zu können werden sie gleich von Beginn an kaserniert, wenn es nach unserer Gottseibeiuns Innenministerin geht.
Ob jene Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit Asylanten umgeht Rückschlüsse auf ihren eigenen sozialen Reifegrad zulässt? In diesem Fall könnten wir uns aber ziemlich leid tun.

Wenn Rechte erst einmal heilig und Menschen aus Furcht kaserniert sind, dann wäre das nationalhymnische “mutig in die neuen Zeiten” wohl offiziell zu Grabe getragen.
Schade eigentlich … aber noch besteht ja Hoffnung.
Nicht zuletzt für die Asylwerber.

Der Führerschein als Waffenschein

Es wurde einerseits schon zu Hauf, andererseits sicher schon aus fachkundigerer Feder lang und breit lamentiert, welche Gründe hinter den sich periodisch einstellenden Aggressionen von Verkehrsteilnehmern begraben liegen. Einige davon kenne ich, und die anderen treffen sicher auch in meinem Fall vollinhaltlich zu. Nur: Was hilft’s?

Wenn diese Trotteln bei Rot auf Geradeaus-Spuren in Kreuzungen hineinkriechen, auf halbem Weg umdisponieren und dann doch noch ohne zu blinken auf die gerade noch Grün habende links Abbiege-Spur hineindrängen. (Und nein, nicht Gerade-nicht-mehr-Grün-Blinken, auch nicht Oha-war-aber-eh-noch-Orange-Oder? sondern vor meinem geistigen Auge ziehen Armadas voll ausgewachsener Rotphasen erinnerlich vorbei.)

Auch besonders beliebt ist das Spiel für Mitbürger, denen üblicherweise zuwenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird: Wie mache ich eine Kreuzung zu in drei Zügen?

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Kraftausdrücke – oder: Was früher verboten war.

Damals, als die Mama auch in abwesendem Aggregatzustand unzweifelhaft das Sagen hatte, gab es das anerzogene Einverständnis, dass gewisse Worte, die man organisch zwar in der Lage gewesen wäre zu artikulieren, eingedenk des sozialen Friedens höchstens in gedachter Form zur Anwendung gelangen sollten.

Damals ist lange her.

Nebeneinander sitzen können

Kürzlich hat  bei der Verfilmung des Wallander-Romans „Die fünfte Frau“ mit Kenneth Branagh der Vater seinem Sohn geraten, er möge sich doch jemanden finden, neben dem er sitzen könne.

Nicht jemanden, mit dem er ein erfülltes Leben führen oder glücklich sein könne. Nicht eine schöne Frau, schon gar keine reiche Frau, auch keine junge Frau, oder welch wertlosen Wünsche sonst oftmals übermittelt werden mögen.

Nein, nebeneinander sitzen als Ausdruck höchsten Glücks, tiefer Verbundenheit und wortloser Vertrautheit.

Dazu noch eine alte Holzbank an einem schwedischen See. Im Hintergrund die Abendsonne, die sich langsam ihrem Untergang zuwendet und dazu ein paar Grillen, die im hohen Gras gemächlich vor sich hinzirpen.
Was soll man einem Menschen eigentlich sonst wünschen?

Trugschluss Bankensteuer

Bundeskanzler Faymann wird auf ORF.at mit der Aussage zitiert, dass er für die bisher ablehnende Haltung der großen Geldinstitute gegenüber einem “moderaten solidarischen Beitrag zur Bewältigung der Kriseüberhaupt kein Verständnis” habe.

Wollen wir eine kleine Überlegung anstellen: Bei uns – in der ach so zivilisierten westlichen Hemisphäre – herrscht der Kapitalismus. Wenn wir es uns schön reden, dann sprechen wir noch immer gern von der ökosozialen Marktwirtschaft.  Bei genauerer Betrachtung hat diese ihre beste Zeit aber zum Leidwesen vieler bereits hinter sich und musste der reinen Lehre des global umtriebigen Kapitalismus seit langem weichen.

In der Folge stehen nicht soziale Aspekte im Fokus sondern kapitalistische Kenngrößen wie der bereits viel geprügelte Shareholder-Value. Letztgenanntes goldene Kalb und alle anhängigen gottgleichen Prioritäten sind unantastbar. Dies wird auch dadurch immer wieder bewiesen, dass zur Erreichung der immer kürzer terminisierten Ziele keine Mittel zu abstrus erscheinen. Immerhin rechtfertigt der Zweck (= das Ziel) die Mittel.

Wer jetzt glaubt, dass eine „Solidarabgabe“ (die so bezeichnet wird, um das „böse“ Wort „Steuer“ nicht verwenden zu müssen) erliegt folgendem Denkfehler: Das vorrangigste kapitalistische Ziel ist die Erwirtschaftung von Gewinn. Dass das gerade bei den Paradevertretern des Kapitalismus, nämlich dem Bankensektor, am unzweifelhaftesten ausser Diskussion steht, sollte keiner gesonderten Erwähnung bedürfen.

Unabhängig davon, ob der Herr Bundeskanzler sich nun € 500 Mio. oder ein Vielfaches davon erträumt: Banken werden von ihren mehrjährig voraus geplanten Gewinnzielen keinen Millimeter abweichen und eine allfällige Solidarabgabe eins zu eins (im Idealfall plus eines „Bearbeitungsaufschlags“) an die Kunden – und somit uns alle – unter einem sicher nicht leicht zu entdeckenden Deckmäntelchen weiterreichen. (Darf ich bei dieser Gelegenheit eine “SB-Zonen-Betretungsgebühr” anregen? Das käme sicher gut.)

Die derzeit ablehnende Haltung der Banken motiviert nicht daraus, dass sie um ihre ertragsseitigen Felle fürchten. Ganz zweifellos nicht. Aber zusätzliche Gebühren und Verteuerungen, über welche die Solidarabgabe auf die Kunden abgewälzt werden müsste, wären keine Hilfe in den laufenden Bestrebungen zur Rückgewinnung des Kundenvertrauens.

Etwas mehr Kreativität bezüglich Erziehungsmaßnahmen des Bankensektors muss daher von der Politik schon eingefordert werden. Denn monetäre „Strafen“ werden bei jener Branche, die das Geld erfunden hat nämlich schwerlich einen bleibenden, geschweige denn einen erzieherischen Eindruck hinterlassen.
Aber ob unsere politische Führung das ausgerechnet diesmal schaffen wird?
Für uns erfahrene Staatsbürger ist eine gute Portion Skepsis leider wieder einmal angesagt.

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