Nichts als die Wahrheit … über Beerdigungen

Aus dem Film “Nichts als die Wahrheit” ein charmantes Zitat:

A man can live a good life, be honorable, give to charity, but in the end, the number of people who come to his funeral is generally dependent on the weather.

Glück und Unglück

Wiedereinmal ein Zitat, diesmal eines von Wilhelm Busch, das mir bei einem Spaziergang durch die Arkade in Linz nachgerade entgegen gesprungen ist:

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.

Da fielen mir schon so zwei, drei Adressaten ein, denen man das am liebsten mitten ins Gesicht brüllen würde. Aber ob sie’s verstünden bleibt zu bezweifeln.

Der Rechtschreibfehler im Ausländer-Check

Beim jüngsten Beitrag des BZÖ zur an Beiträgen andernfalls ja dramatisch unterbemittelten Immigrationsdiskussion handelt es sich um die verzweifelte Verfolgung des Mottos “drei Mal abgeschnitten und noch zu kurz”. Auch wenn die Diskussion an und für sich natürlich eine weder verwerfliche noch unpassende ist, so haftet ihr – nicht zuletzt aufgrund der im politischen Wettbewerb gerne so primitiv praktizierten Wahlkampfattitüde – ein Beigeschmack an, der vermuten lässt, es ginge dem Betreiber nicht um den Inhalt, sondern nur um seinen eigenen politischen Gewinn. Vor dem Hintergrund, dass die politische Maschinerie eine sehr vielschichtige ist – und es darf geunkt werden, dass dieser Umstand ein künstlich aufrechterhaltener ist, um darauf aufbauend das Wahlvolk im Glauben der politischen Notwendigkeit gefangen zu halten – mag es durchaus eine Mehrheit involvierter Personen geben, denen tatsächlich an der Sache gelegen ist. Je höher die ihnen zuordenbare Kamerapräsenz jedoch ausfällt, desto vordergründiger das politische und darob populistische Kalkül. Und ständig schlagen sie in die gleichen Kerben “Immigration” und “Sicherheit”, sind total brüskiert, wenn ihnen vorgehalten wird, sie würden nur Ängste der Bevölkerung zum eigenen politischen Nutzen schüren und haben die Miene der beleidigten Leberwurst perfektioniert.

Aber womöglich handelt es sich beim “Ausländer-Check” ja nur um einen Schreibfehler? Es wäre ja nicht das erste politische Missverständnis in unserer Republik. Vielmehr könnte es sich – gemäß dem phonetischen Wortstamm – eigentlich um einen Ausländer-Scheck handeln.

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Beobachtung im Straßenverkehr

Seit langem fällt mir auf, dass es oftmals der letzte einer Kolonne ist, der auf seinen Vorrang verzichtet um andere abbiegen oder in den Fließverkehr einbiegen zu lassen.

Weshalb bloß meistens ausgerechnet der letzte? Da macht es ja ohnedies beinahe – mit Ausnahme der Geste der Freundlichkeit – keinen Sinn mehr. Ob es damit zusammenhängt, dass der letzte in einer Kolonne durch seine Wahrnehmung aus den Rückspiegeln weiß, dass er durch diesen Vorrangverzicht keine weiteren Verkehrsteilnehmer aufhält und es ihm deshalb leichter fällt als den vor ihm fahrenden?

Ein Mysterium. Aber ein sich laufend wiederholendes.

Der Führerschein als Waffenschein

Es wurde einerseits schon zu Hauf, andererseits sicher schon aus fachkundigerer Feder lang und breit lamentiert, welche Gründe hinter den sich periodisch einstellenden Aggressionen von Verkehrsteilnehmern begraben liegen. Einige davon kenne ich, und die anderen treffen sicher auch in meinem Fall vollinhaltlich zu. Nur: Was hilft’s?

Wenn diese Trotteln bei Rot auf Geradeaus-Spuren in Kreuzungen hineinkriechen, auf halbem Weg umdisponieren und dann doch noch ohne zu blinken auf die gerade noch Grün habende links Abbiege-Spur hineindrängen. (Und nein, nicht Gerade-nicht-mehr-Grün-Blinken, auch nicht Oha-war-aber-eh-noch-Orange-Oder? sondern vor meinem geistigen Auge ziehen Armadas voll ausgewachsener Rotphasen erinnerlich vorbei.)

Auch besonders beliebt ist das Spiel für Mitbürger, denen üblicherweise zuwenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird: Wie mache ich eine Kreuzung zu in drei Zügen?

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Nebeneinander sitzen können

Kürzlich hat  bei der Verfilmung des Wallander-Romans „Die fünfte Frau“ mit Kenneth Branagh der Vater seinem Sohn geraten, er möge sich doch jemanden finden, neben dem er sitzen könne.

Nicht jemanden, mit dem er ein erfülltes Leben führen oder glücklich sein könne. Nicht eine schöne Frau, schon gar keine reiche Frau, auch keine junge Frau, oder welch wertlosen Wünsche sonst oftmals übermittelt werden mögen.

Nein, nebeneinander sitzen als Ausdruck höchsten Glücks, tiefer Verbundenheit und wortloser Vertrautheit.

Dazu noch eine alte Holzbank an einem schwedischen See. Im Hintergrund die Abendsonne, die sich langsam ihrem Untergang zuwendet und dazu ein paar Grillen, die im hohen Gras gemächlich vor sich hinzirpen.
Was soll man einem Menschen eigentlich sonst wünschen?

Welcome to Banana Republic, pop. 8.376.761

Es mag eine dieser häufig auftretenden subjektiven Wahrnehmungsverzerrungen sein. Dennoch deucht mir, dass jener heutige Rest, welcher sich von der einstigen Monarchie Österreich herüber gerettet hat, doch mit steigender Häufigkeit eine Bananenrepublik geschimpft wird.

Wo viele gerne zur Trotzreaktion greifen und jegliche Form der Kritik an der Heimat – unabhängig ihres möglicherweise berechtigten Inhalts – als „Vernaderung“ und „Schmutzkübelkampagne“ titulieren (letzterer Ausdruck scheint gerade am Jahresanfang 2010 rund um das Schmierenkomödiendramulett „FPK“ besondere Popularität gewonnen zu haben), so möchte ich hier nun die Gemeinsamkeiten darstellen, welche Österreich in der Tat mit dem Prinzip „Bananenrepublik“ teilt. Vielleicht ist dieser Vergleich ja doch nicht so weit hergeholt?

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Mitbürgerausweisung

… haut bekanntlich nicht hin. Jüngst (genauer: heute) war am Schauplatz beim Staatsfunk aus dem imaginären, überköpfischen Zusammenschlagen der Hände wieder einmal nicht herauszukommen.

Mir wurden Meinungsäußerungen von – akzentbedingt zweifelsfrei – Österreichern (diverse unglückliche Jahrgänge, allesamt Osthang) zum Themenkomplex “Ausländer” frei Haus serviert, bei denen mir noch immer das geographische Extrem dafür fehlt, wohin ich diese, meine Mitbürger gerne fortwünschen würde, auf dass sie für potentiell gesellschaftlich sinnstiftendere Bürger anderer Herren Länder Platz machen.
Da es so schön weit entfernt ist, sagen wir einmal, sie sollten eine sehr, sehr ausgedehnte Reise nach Indien unternehmen. Immerhin ist es ja dort, wo der Pfeffer wächst. Oder zumindest ursprünglich gewachsen ist.

Man hat aber befürchtungsweise leider wohl jene Mitbürger, die man verdient.
Nur: Kann es mit meinem Karma denn wirklich dermaßen im Argen liegen?
Wer war ich denn vormals? Attila der Hunne?

Dermaßen viel proletoides Elend in einem einzigen zentraleuropäischen Land müsste doch allein schon aufgrund statistischer Unmöglichkeit verboten sein.

Nachdem all das hiesige Gesundere aber wohl eher sehr für die Fische sein dürfte, bleibt mir nur mein Heil im jahrhundertelang erprobten österreichischen Weg der pragmatischen Zwischenlösung zu suchen:
Sagen wir einfach, das ist alles nicht so tragisch und die Dodeln meinen das eh alles nicht so. Im Übrigen sind sie gaaanz, gaaanz liebe Leut’, die auch brav ihre Steuern zahlen tun. Oder zumindest bei der Partei sind. Na, bei einer halt.
Eben.

Passt scho’.

Homosexuell am Standesamt.

Am Standesamt werden die Personenstandsangelegenheiten der Bürger geregelt. Dazu zählt zum Beispiel das ehemals Familienbuch genannte Ehebuch. Nachdem Kirche und Staat vermeintlich getrennt sind, hat das Ehebuch (und somit der rechtliche Stand der Ehe) genau Null mit dem religiösen Ritus der Eheschließung zu tun. Im Ehebuch wird nur verbrieft, dass vom Gesetzgeber definierte Rechte und Pflichten auf die Eheleute (weitergefasst: auf die beiden Familiengründer) ab dem Tag der Eheschließung zutreffen.

Wer nun – wie allen voran die ÖVP – zwar eine “eingetragene Partnerschaft” ermöglichen will (“wollen” ist übertrieben; man will nur die homosexuelle Wählerzielgruppe nicht gänzlich vergraulen und glaubt das somit zu erreichen … erbärmlich), aber es den Standesämtern verwehren will, ihrer Aufgabe nachzukommen, ist schlichtweg bigott.

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Schön sein genügt.

Beauty is enough. Is it?

… leider.

Eventuell doch nicht?
Oder vielleicht einfach nur zu oft?

Zur Relativierung: Manchmal reichen ja auch Ellenbogen. Oder akute Lähmungserscheinungen des eigenen Gewissens. Auch das gern genommene Vitamin B soll da ja recht hilfreich sein.
In Ausnahmefällen schaden angeblich – und oftmals wider Erwarten – auch Qualifikation und Talent nicht. Aber letztere Eigenschaften sind am absteigenden Ast. Der Siegeszug der Schönheit hält ungebrochen an. Wobei “ungebrochen” in diesem Zusammenhang – und bei den geltenden Schönheits- und Schlankheitsidealen – vielleicht wohl nicht immer 100%ig unterschrieben werden kann.

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