Der Rechtschreibfehler im Ausländer-Check

Beim jüngsten Beitrag des BZÖ zur an Beiträgen andernfalls ja dramatisch unterbemittelten Immigrationsdiskussion handelt es sich um die verzweifelte Verfolgung des Mottos “drei Mal abgeschnitten und noch zu kurz”. Auch wenn die Diskussion an und für sich natürlich eine weder verwerfliche noch unpassende ist, so haftet ihr – nicht zuletzt aufgrund der im politischen Wettbewerb gerne so primitiv praktizierten Wahlkampfattitüde – ein Beigeschmack an, der vermuten lässt, es ginge dem Betreiber nicht um den Inhalt, sondern nur um seinen eigenen politischen Gewinn. Vor dem Hintergrund, dass die politische Maschinerie eine sehr vielschichtige ist – und es darf geunkt werden, dass dieser Umstand ein künstlich aufrechterhaltener ist, um darauf aufbauend das Wahlvolk im Glauben der politischen Notwendigkeit gefangen zu halten – mag es durchaus eine Mehrheit involvierter Personen geben, denen tatsächlich an der Sache gelegen ist. Je höher die ihnen zuordenbare Kamerapräsenz jedoch ausfällt, desto vordergründiger das politische und darob populistische Kalkül. Und ständig schlagen sie in die gleichen Kerben “Immigration” und “Sicherheit”, sind total brüskiert, wenn ihnen vorgehalten wird, sie würden nur Ängste der Bevölkerung zum eigenen politischen Nutzen schüren und haben die Miene der beleidigten Leberwurst perfektioniert.

Aber womöglich handelt es sich beim “Ausländer-Check” ja nur um einen Schreibfehler? Es wäre ja nicht das erste politische Missverständnis in unserer Republik. Vielmehr könnte es sich – gemäß dem phonetischen Wortstamm – eigentlich um einen Ausländer-Scheck handeln.

Mehr von diesem Artikel lesen

Steuermann Ego

Ein Freund eines Freundes hat einen Freund der jemanden kennt, der in einem größeren Unternehmen arbeitet. (Das muss ich jetzt zwar noch einmal kurz nachzählen, aber ja, das sollte so in etwa stimmen.)

Angeblich werden dort „Werte“ groß geschrieben. Nicht weil das Rechtschreibbewusstsein dort mit Volksschulniveau mithalten kann, nein, viel eher da nämliche Werte quasi eine zwingende Konsequenz der Unternehmenskultur wären.

Ich finde es beneidenswert, wenn eine Unternehmenskultur derart tief verankert ist, dass die Werte bloß noch auf ein Blatt Papier geschüttelt werden müssen.

Gar nicht auszumalen, wie es im gegenteiligen Fall sein müsste, wenn man versuchte, eine Vereinheitlichung der Unternehmenskultur herbeizuführen, indem zuerst eine Hand voll gekünstelter Wertebegriffe von zentraler Stelle in eine Richtlinie gegossen und dann Mitarbeitern eindoktriniert werden, aufdass diese sie zu ihren täglich gelebten „Werten“ machen mögen, oder? Nein, letzteres kann gar nie nicht vorkommen. Und gottlob schon gar nicht in dem eingangs genannten Unternehmen, in dem dieser Bekannte eines Freundes von dem erwähnten Freund tätig ist.

Mehr von diesem Artikel lesen

Welcome to Banana Republic, pop. 8.376.761

Es mag eine dieser häufig auftretenden subjektiven Wahrnehmungsverzerrungen sein. Dennoch deucht mir, dass jener heutige Rest, welcher sich von der einstigen Monarchie Österreich herüber gerettet hat, doch mit steigender Häufigkeit eine Bananenrepublik geschimpft wird.

Wo viele gerne zur Trotzreaktion greifen und jegliche Form der Kritik an der Heimat – unabhängig ihres möglicherweise berechtigten Inhalts – als „Vernaderung“ und „Schmutzkübelkampagne“ titulieren (letzterer Ausdruck scheint gerade am Jahresanfang 2010 rund um das Schmierenkomödiendramulett „FPK“ besondere Popularität gewonnen zu haben), so möchte ich hier nun die Gemeinsamkeiten darstellen, welche Österreich in der Tat mit dem Prinzip „Bananenrepublik“ teilt. Vielleicht ist dieser Vergleich ja doch nicht so weit hergeholt?

Mehr von diesem Artikel lesen

Mitbürgerausweisung

… haut bekanntlich nicht hin. Jüngst (genauer: heute) war am Schauplatz beim Staatsfunk aus dem imaginären, überköpfischen Zusammenschlagen der Hände wieder einmal nicht herauszukommen.

Mir wurden Meinungsäußerungen von – akzentbedingt zweifelsfrei – Österreichern (diverse unglückliche Jahrgänge, allesamt Osthang) zum Themenkomplex “Ausländer” frei Haus serviert, bei denen mir noch immer das geographische Extrem dafür fehlt, wohin ich diese, meine Mitbürger gerne fortwünschen würde, auf dass sie für potentiell gesellschaftlich sinnstiftendere Bürger anderer Herren Länder Platz machen.
Da es so schön weit entfernt ist, sagen wir einmal, sie sollten eine sehr, sehr ausgedehnte Reise nach Indien unternehmen. Immerhin ist es ja dort, wo der Pfeffer wächst. Oder zumindest ursprünglich gewachsen ist.

Man hat aber befürchtungsweise leider wohl jene Mitbürger, die man verdient.
Nur: Kann es mit meinem Karma denn wirklich dermaßen im Argen liegen?
Wer war ich denn vormals? Attila der Hunne?

Dermaßen viel proletoides Elend in einem einzigen zentraleuropäischen Land müsste doch allein schon aufgrund statistischer Unmöglichkeit verboten sein.

Nachdem all das hiesige Gesundere aber wohl eher sehr für die Fische sein dürfte, bleibt mir nur mein Heil im jahrhundertelang erprobten österreichischen Weg der pragmatischen Zwischenlösung zu suchen:
Sagen wir einfach, das ist alles nicht so tragisch und die Dodeln meinen das eh alles nicht so. Im Übrigen sind sie gaaanz, gaaanz liebe Leut’, die auch brav ihre Steuern zahlen tun. Oder zumindest bei der Partei sind. Na, bei einer halt.
Eben.

Passt scho’.

Kriegsschauplatz Wirtschaft

Wenn die Chef Offiziere eines Unternehmens (CEO, COO, CFO, CIO & Co.) ihre strategischen Überlegungen in die Tat umsetzen (lassen), dann kommt es schon einmal zu feindlichen Übernahmen in Form von Übernahmeschlachten.

Auch kann es vorkommen, dass der Herr General(-direktor) seiner Mannschaft aufträgt, einen Markt durch besonders aggressives Auftreten entsprechend aufzumischen und Mitbewerber im harten Konkurrenzkampf zu eliminieren.

Das kommt davon, wenn die kleinen Buben in der Sandkiste zu viel mit Panzern spielen durften, dann als Einjährig-Freiwillige im Grundwehrdienst reüssieren konnten, bevor sie während des Studiums der schlagenden Lagerfeuerromantik einer Burschenschaft erlegen sind.

Und jetzt haben wir den Salat: Kleine Buben, die noch immer in dem Glauben agieren, dass die Welt eine Sandkiste wäre und der Papa es schon richten würde.

Wenn die aufstrebenden Mädels nur nicht so unreflektiert versuchen würden, es den kleinen Buben gleich zu tun.

In Zeiten wie diesen

Zugegeben: Die überschriftliche Phrase finde ich mittlerweile zumindest ebenso innovativ wie das Wort, welches mit “K” beginnt und auf “rise” endet. Bezüglich meiner wörtlichen Zuneigung dürfte es wohl einen direkten Zusammenhang zur Häufigkeit geben, mit welcher mir derartige Worte in den letzten Monaten um die Ohren sausen.

Wie bereits an anderer Stelle hingewiesen: Mein Wahnsinn ist ein enden wollender. Daher werde ich mich davor hüten, aus meinem beruflichen Nähkästchen zu plaudern. Daher nachfolgendes bitte mir jetzt nicht falsch verstehen.

Mehr von diesem Artikel lesen

HowTo: Gelddrucken für Wirtschaftsprüfer

Es war einmal ein kleines Konzept namens “Gewaltentrennung“. Damals gab es eine Gesetzgebung, eine Vollziehung sowie eine Rechtssprechung. Sie sollte dafür Sorge tragen, dass der Gesetzgeber nicht für die Überwachung der Einhaltung der Gesetze zuständig ist und in der Folge entsprechende Verstöße nicht auch noch selbst verurteilen kann.

Mittlerweile gibt es das Unternehmensgesetzbuch. Der dortige § 268 regelt, dass der Jahresabschluss durch einen Abschlussprüfer zu prüfen ist. Soviel zur Gesetzgebung.

Nun wird’s schon lustiger. Ab einer gewissen Unternehmensgröße oder je nach Branche ist es ziemlich unumgänglich einen der Big Four der Wirtschaftsprüferzunft zu engagieren, wenn man will, dass der Jahresabschluss auch etwas gilt.

Was Deloitte & Touche, Ernst & Young, KPMG und PwC gemeinsam haben ist beispielsweise der Umstand, dass sie alle nach neuesten international gültigen Standards prüfen.
Huch, das beruhigt natürlich.

Mehr von diesem Artikel lesen

Das Licht am Ende des Tunnels

Krisen haben ja einen so erfrischend selbsterhaltenden Charakter; nicht zuletzt deshalb, da durch gemeinsames Rezitieren des Umstandes der gemeinsame Glaube daran hochgehalten wird.

Metro-TunnelUm diesen Effekt noch zu unterstreichen, schalten wir jetzt hiermit das Licht am Ende des Tunnels aus Kostengründen bis auf weiteres ab. Immerhin steht “Cost Cutting” ohnedies ganz oben auf den unternehmerischen Maßnahmenplänen.
Mal sehen, ob wir damit nur dem Glühbirnenverbot der EU etwas vorauseilenden Gehorsam leisten. (Wär’ aber auch egal, mit dieser Verordnung wird’s ab 2012 eh noch lustig genug.)

Die Wirtschaftslenker – verhaftet in alten und vermeindlich bewährten, somit “altbewährten” Denkmustern – agieren wie in vorangegangenen Abschwungphasen: Kosten senken und sich, sowie die ihnen überantworteten Unternehmen auf kurzfristig auszuschwitzende Kalamitäten einschwören (Beispiel: Kurzarbeit, diese Maßnahme geht nämlich wirklich nur kurz und zwar zwischen sechs und vierundzwanzig Monaten). Danach wird eh sicher wieder alles wie zuvor.

Mehr von diesem Artikel lesen

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.