Über die Ungeduld

Gerade in “Bella Block” gehört; gewissermaßen eigentlich gesehen, aber um diese Spitzfindigkeiten geht’s gerade einmal nicht:

Kommt ein Mann in einen Spielzeugladen.
“Bitte ein Geduldsspiel, aber zack, zack.”

Der hat mich vollends unvorbereitet getroffen. Aber dafür mächtig.

Happy Wife, Happy Life

… das kann man eigentlich einfach so stehen lassen.
Gewissermaßen “ohne Worte”.

Suche Freude, muss kündigen

Es war einmal – und es mag einige Wochen her gewesen sein – dass mir folgendes zum wiederholten Mal vom wiederholten Mal nicht aus dem Kopf gehen wollte: Dank zweifelhafter Maßnahmen diverser Vorgängerregierungen scheint mir eine Alterspension nicht mehr erreichbar. Und auch wenn: Die Zeit bis dahin ist noch unsagbar lang. Wie kann es da sein, dass ich mich noch länger in einer Konzernstruktur verdinge, deren bizarre Auswüchse ihre eigenen Absurditäten in immer kürzeren Perioden erfolgreich in den Schatten stellt?

Es läuft auf eine Frage hinaus: Was braucht man zum Leben? Dazu könnte zählen:

  • Eine Tätigkeit, die einen mit Freude ausfüllt.
  • Geld um einen grundlegenden Lebensstandard zu gewährleisten.
  • Aber allem voran Zeit um sie seinen Interessen und seinen Mitmenschen widmen zu können.

Je mehr man sich daher in kapitalistitischen Hochburgen verdingt, umso weiter entfernt man sich von “Frei”-Zeit, sinnstiftender Tätigkeit und einem Einkommen, dessen Höhe sich nur mit tatsächlichen Erfordernissen messen muss.

Zugegeben: Alles etwas subjektiv. Aber subjektiv trifft man nun einmal Entscheidungen. Und genau so traf ich auch meine nächste Entscheidung. Kündigen nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit mit dem Vorhaben in die Selbständigkeit und allen zugehörigen Scherereien zu gehen. Aber es werden “meine” Scherereien sein. Und idealerweise auch “meine” Freude. Was für ein Ausblick.

Wie auch immer das Abenteuer Leben weitergeht: Nur keine Scheu vor Veränderungen. Im schlimmsten Fall erkennt man einen Fehler und hat es probiert. Nicht angenehm, aber auch nicht feig. Verflixt, was hab’ ich lang’ dafür gebraucht …

Ergometer ade!

Hieß es an dieser Stelle vor einem Jahr noch sinngemäß “Ergometer olé”, so ist diese Episode nun abgehakt. War ich anfangs noch dank Motivationshoch sehr engagiert bei der Sache, so bin ich nach wenigen Monaten – im wahrsten Sinne – aus dem Tritt gekommen und habe nie wieder ernsthaft auf den Ergometer zurück gefunden.

Seit Monaten stand dieses Ding nun ausschließlich sinnentleert in der Gegend herum. Mir im Weg und sich selbst – so bin ich mir sicher – auch nicht zum Gefallen. Dieses Jahr dann habe ich erkannt, dass das nie wieder etwas werden wird, mit uns beiden. Also habe ich zaghaft begonnen, den Freundeskreis auf potentielle Interessenten abzuklopfen. Ich fühte mich wie ein einsamer Rufer in der Wüste.

Bis heute. Es gibt sie nämlich noch, diejenigen, die ihre bisherigen Ergometer zu Tode trampeln und sich über Nachschub freuen.

Somit: Erleichterung auf allen Seiten. Sogar der Ergometer hat wieder Hoffnung geschöpft, in Aussicht auf bestimmungsgemäße Verwendung.
Wenn das kein schöner Sonntag ist.

Glück und Unglück

Wiedereinmal ein Zitat, diesmal eines von Wilhelm Busch, das mir bei einem Spaziergang durch die Arkade in Linz nachgerade entgegen gesprungen ist:

Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.

Da fielen mir schon so zwei, drei Adressaten ein, denen man das am liebsten mitten ins Gesicht brüllen würde. Aber ob sie’s verstünden bleibt zu bezweifeln.

Der Sinn des Lebens

Heute wurde ich auf folgendes Zitat von Sir Peter Ustinov gestoßen:

Sinn des Lebens: etwas, das keiner genau weiß.
Jedenfalls hat es wenig Sinn, der reichste Mann auf dem Friedhof zu sein.

Gefällt mir.

Wenn Shakespeare von der Decke baumelt

Vor etlichen Jahren haben wir umgebaut. Wie bei derartigen Aktionen üblich, gibt es auch in unserem Fall “Überbleibsel”. Die Esstischlampe ist so eine Übergangslösung, die seither ihrer finalen Klärung harrt.

Seltsamerweise kenne ich bereits ebenso lange die Lösung des Problems – nur haben wir uns noch nie dazu aufgerafft, das Thema anzugehen. Aber bald. Ich bin mir sicher.

Dann wird Queen Titania über dem Esstisch schweben und endlich ein prächtig wohliges Licht anstelle der derzeitigen Funzel bei uns einziehen.

Queen Titania von Luceplan

Queen Titania von Luceplan

Ob die Leuchte wirklich namentlich einen Bezug zur Elfenkönigin Titania in Shakespeares Sommernachtstraum hat ist wohl schwer zu sagen, aufgrund ihres futuristischen Designs hatte der Hersteller möglicherweise auch eher den gleichnamigen Uranus-Mond vor Augen.
Aber wer weiß, vielleicht ist alles ja auch wiedereinmal ganz anders.

Das Kartendilemma

Jeder hat sie. Nicht alle von ihnen will man. Etliche davon braucht man. Sie mit sich zu führen ist nicht immer eine elegante Sache. Daher leiden sie. Werden drangsaliert. In alle Richtungen gebogen, gestaucht, gestapelt. Für manche lautet das Schicksal ständige Zurschaustellung in Badges, andere werden auf Lebzeiten in irgendwelchen Schubladen vergessen.

Die Ausprägungen von Ausweis-, Kredit-, Bankomat-, Klub-, Mitarbeiter- und Was-weiß-ich-noch-alles-Karten sind mittlerweile ja immens. Frauen haben dafür eine Lösung: die Handtasche. Nur wenige Männer wagen sich an die stilistische und praktische Gratwanderung der Männerhandtasche. Für den breiten Rest bleiben entweder Ausweistaschen ergänzt um herkömmliche Geld- bzw. Brieftaschen oder die jeweiligen Verwandten mit den notwendigen Unterbringungsmöglichkeiten für die Kartenflut.
Mir ist bis dato in diesen Konzepten noch nichts brauchbares unter gekommen. Entweder habe ich unter dem Kompromiss gelitten oder die untergebrachten Karten haben vor der Zeit klein bei gegeben.

Aber heute ist mir mcpocket untergekommen und hat mich auf Anhieb begeistert: Die Karten sind gut aufgehoben und das Geld hat seinen Geldklammern-ähnliche Platz. Alles sitzt, passt und hat ausreichend Luft.

Ach ja und aus Österreich ist es auch. ;-)

Versäumtes #1: Gitarre spielen lernen

Das Leben vergeht, es wird gelebt. Chancen scheinen immer in der Zukunft zu liegen. Bis man irgendwann erkennt, dass einem manche Möglichkeit nicht mehr offen steht.
Zumindest in diesem Leben.

Gitarre spielen lernen scheint mir eine dieser Möglichkeiten in meinem Leben zu sein. Vor allem dann, wenn ich mir am Beispiel Antoine Dufour anschaue, wie gut man es können könnte:

Aber glücklicherweise ist die sich stellende Frage ja nicht, welche Chancen bereits vertan sind, sondern welche noch vor einem liegen.

Wohin geht die Reise?

Ich sag’s gleich: Ich hab’ keinen Plan. Lebensplan, meine ich.

Die Frage, was ich im Leben (oder – für den Fall, dass es derer mehrere geben sollte – zumindest in diesem Leben) noch erleben möchte, kommt mir seit vielen Jahren ziemlich befremdlich vor. Angeblich müsse man ja ein Haus bauen, ein Kind zeugen und einen Baum pflanzen wollen. Von diesen drei vermeintlich erstrebenswerten Zielen erschiene mir das mit dem Haus ja noch am plausibelsten, aber aus finanziellen Gründen doch so fern meiner Realität, dass ich das eigentlich abgehakt habe – den optionalen Lotto-Gewinn einmal ausser Acht lassend.

Auch die Karriere war noch nie groß ein Thema. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals für einen Job beworben zu haben. Die sind mir immer passiert. Vermutlich war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ob dieses Timing (m)ein Leben lang anhält? Mal schauen.
Meine Ausbildung hingegen war in der Tat ein Ziel und durchgängig geplant, seit jungen Jahren. Was ich damals jedoch nicht wissen konnte, war der Umstand, dass mich meine berufliche Entwicklung so weit von meinem Berufswunsch entfernen würde, dass ich mir die Ausbildung hätte sparen können bzw. dass ich besser ein anderes Studienfach belegen hätte sollen. Dieser eine mir erinnerliche Plan entwickelte sich also nicht so prickelnd.

Die wunderbare Frau an meiner Seite war – bitte nicht falsch verstehen – auch kein Lebensziel. Ich war einfach nicht auf der Suche, eher im Gegenteil. Mit dem Alleinsein hatte ich noch nie ein Problem. (Die Zeitgenossen und -innen, die sich in Beziehungen vor Einsamkeit sicher wähnen, sind sowieso nicht zu beneiden.)
Wir sind uns gewissermaßen passiert und seit vielen Jahren glücklich.

Mir kommt aber vor, ich kenne so viele Leute, die Ziele im Leben verfolgen. Einige von Ihnen haben sogar die zugehörigen Pläne, wie sie die Ziele glauben erreichen zu können.

Daher stellt sich mir die Frage, ob nur mein Leben Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat recht unspektakulär den Weg alles Zeitlichen dahinplätschert, geprägt vorrangig durch diesen ominösen “Alltag”? Verschwende ich hier gerade mein Leben, weil ich auf keine dieser weit verbreiteten Lebensziele hinarbeite?
Nicht dass ich gerade vor hätte mich daran aufzureiben, denn meine Zufriedenheit erachte ich als recht hohes Gut, aber meine grundlegende Planlosigkeit hat mich seit jeher etwas irritiert.

Muss ich einen Porsche haben wollen? x Millionen Euro? Den Kailash umrunden? Australien bereisen? Alle Dreitausender Österreichs besteigen? Das Ungeheuer von Loch Ness finden? Mich sozial engagieren? Wieder ein aktiver Christ werden?

Das macht mich hin und wieder einfach nachdenklich.

PS: Eine Sache gäb’s da schon. Nicht arbeiten müssen und somit tun können, was ich möchte. Für diesen Fall der Fälle kultiviere ich sicherheitshalber bereits seit längerem zwei, drei Ideen. Ich habe auch keinerlei Zweifel daran, dass mir nicht langweilig wird. So gesehen würden die x Millionen Euro sicher helfen, aber als Lebensziel kann das einfach nicht ernsthaft herhalten.
Ich wüsste nämlich nicht, wie ein entsprechender Plan für den Weg dorthin aussehen könnte.

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