Taxi-Anekdoten

Ich nehme recht häufig die Dienste professioneller Chauffeure – ugs. “Taxler” – in Anspruch. Einerseits deshalb, da ich in mancher Hinsicht – wie bereits andernorts gebeichtet - eine faule Socke bin und andererseits, da ich es sehr genieße, chauffiert zu werden. Im Laufe der Jahre läppert sich da schon zwangsläufig ein recht buntes Repertoire an Erfahrungen zusammen.

In letzter Zeit durfte ich in Wien sowohl mein absolutes Highlight, als auch mein – hoffentlich – allzeitliches Tief erleben.

Um das Beste für den Schluss aufzubewahren: Manchmal bin ich einfach zu unaufmerksam, und da passiert es mir, dass ich in das erste Taxi einer wartenden Reihe einsteige. So geschehen zuletzt Anfang Feber. Ich war in Eile. Bereits unterwegs stellte ich fest, dass es sich um ein Rauchertaxi handelte, was mich einfach nur verwunderte, da ich gedacht hätte, dass diese Zeiten aus rein wirtschaftlichen Gründen vorbei wären. Bei der zweite Kreuzung musste ich irritiert feststellen, dass dem Taxler das Kinn kurz auf die Brust sank; ich begann genauer hinzusehen. Weder mein Chauffeur, noch der Wagen schienen seit längerer Zeit auch nur rudimentär gewaschen worden zu sein. Zigarettenstummel säumten den gesamten Boden, der rechte Aussenspiegel wurde nur durch ein – farblich abgestimmtes – schwarzes Isolierband an der Karosserie gehalten. Wenngleich die Fahrkünste grundsätzlich als durchaus routiniert gelten konnten, die laufende Einschlafneigung hinter dem Steuer trug maßgeblich zur erhöhten Nervosität meinerseits bei.
Aber ich hatte ja die Wahl: Aussteigen oder weiterfahren. Der Zug würde nicht auf mich warten. Aber es gibt immer einen nächsten Zug, wenn ich mich richtig an meine eigene Aussage erinnerte.
Ich entschloss mich für’s Weiterfahren.
Am Ziel war ich nahe dran, ein fürstliches Trinkgeld zu spendieren, allein schon für den Umstand, dass ich heil angekommen war. Es kam jedoch anders, da es am Wechselgeld scheiterte und der Taxler überraschenderweise von sich aus mit einem Schulterzucken auf einen beachtlichen Teil des Fahrgeldes verzichtete.
Was ich daraus gelernt habe? Nie wieder werde ich in ein Taxi einsteigen, dessen optisches Erscheinungsbild ich mir vorher nicht genauer angesehen und es für gut befunden habe.

Was mich zu meiner besten Fahrt bringt, die ich ungefähr zwei Monate vorher erleben durfte. Nach gleichem Muster ausgesucht (erster Wagen in der Reihe) hatte ich damals das Glück in einer wunderbar gepflegten E-Klasse Platz zu nehmen und von einem Fahrer im Anzug chauffiert zu werden. Entspannter, unaufdringlicher Jazz umfing mich, während die Wiener Innenstadt gemächlich an mir vorüber zog. In einer routiniert gleitenden Manier bewegte sich der Wagen in Richtung meines Zieles, ohne dass mein Chauffeur auch nur ansatzweise den Eindruck machte nicht zu wissen, welcher Weg der richtige wäre. Zurückhaltung lud zum willkommenen Abschalten ein.
Ab halber Wegstrecke begann ich ein Gespräch darüber, wie angenehm es ist, von einem Chauffeur alter Prägung mit gepflegtem Wagen gefahren zu werden. Denn von den ungefähr 4.300 Wiener Taxis scheint diese Beschreibung beileibe nicht auf den Großteil zuzutreffen. In der Folge hat er mir seinen beachtlichen beruflichen Werdegang sowie sein Geschäftsprinzip umrissen und mich in Vorfreude auf meine nächste Fahrt mit ihm an meinem Ziel abgesetzt.

Frei nach Manufaktum: „Es gibt sie noch, die guten Taxis.“

Beobachtung im Straßenverkehr

Seit langem fällt mir auf, dass es oftmals der letzte einer Kolonne ist, der auf seinen Vorrang verzichtet um andere abbiegen oder in den Fließverkehr einbiegen zu lassen.

Weshalb bloß meistens ausgerechnet der letzte? Da macht es ja ohnedies beinahe – mit Ausnahme der Geste der Freundlichkeit – keinen Sinn mehr. Ob es damit zusammenhängt, dass der letzte in einer Kolonne durch seine Wahrnehmung aus den Rückspiegeln weiß, dass er durch diesen Vorrangverzicht keine weiteren Verkehrsteilnehmer aufhält und es ihm deshalb leichter fällt als den vor ihm fahrenden?

Ein Mysterium. Aber ein sich laufend wiederholendes.

Der Führerschein als Waffenschein

Es wurde einerseits schon zu Hauf, andererseits sicher schon aus fachkundigerer Feder lang und breit lamentiert, welche Gründe hinter den sich periodisch einstellenden Aggressionen von Verkehrsteilnehmern begraben liegen. Einige davon kenne ich, und die anderen treffen sicher auch in meinem Fall vollinhaltlich zu. Nur: Was hilft’s?

Wenn diese Trotteln bei Rot auf Geradeaus-Spuren in Kreuzungen hineinkriechen, auf halbem Weg umdisponieren und dann doch noch ohne zu blinken auf die gerade noch Grün habende links Abbiege-Spur hineindrängen. (Und nein, nicht Gerade-nicht-mehr-Grün-Blinken, auch nicht Oha-war-aber-eh-noch-Orange-Oder? sondern vor meinem geistigen Auge ziehen Armadas voll ausgewachsener Rotphasen erinnerlich vorbei.)

Auch besonders beliebt ist das Spiel für Mitbürger, denen üblicherweise zuwenig Aufmerksamkeit entgegengebracht wird: Wie mache ich eine Kreuzung zu in drei Zügen?

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Sicheres Fliegen

Allfällig zum Einsatz kommende Körperscanner können die gewünschte Sicherheit nicht erreichen. Einerseits werden sie nicht auf alle Passagiere angewendet (nur falls der Metalldetektor anschlägt) und andererseits zeigen sie nur unter der Kleidung, am Körper getragene Objekte an. Für im Körper versteckte Gegenstände gibt es noch keine berührungslose, automatisierte Kontrolle.

Um einmal jenseits des Tellerrands zu denken: Wenn alle Fluggäste ohnedies als Flugverdächtige betrachtet werden, die während ihrer Anwesenheit an Bord einen eigentlich unwillkommenen Risikofaktor darstellen, weshalb diesen Risikofaktor nicht einfach ausschalten? Weshalb somit keine Lösung dafür suchen, Fluggäste während des Fluges zu sedieren?

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Wer Sicherheitskontrollen hat, braucht keine Terroristen mehr.

Macht es auch Spaß, sich an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen dieser Welt penibelst kontrollieren zu lassen? Wenn Metallnieten an Jeans bereits die nötige Legitimation darstellen, um eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen zu müssen, sollte sich uns da nicht die Frage stellen, weshalb es nicht möglich ist, einen entsprechend intelligenten Metalldetektor zu bauen?
Oder könnte man schon längst brauchbare Metalldetektoren haben, wenn man wollte?
Aber nachdem Körperscanner (“Nacktscanner”) sicher um etliches kostspieliger sind, werden diese derzeit medial so schön als Allheilmittel dargestellt, dass eine Verbesserung bestehender Scanner aus wirtschaftlichen Gründen für die Lobbyisten nicht interessant genug ist?

Aber apropos intelligent: Wenn ein Fluggast (hier: ich) die Frage verneint, ob er spitze Gegenstände bei sich habe, weshalb wird sie ihm von ein und der selben Sicherheitsfachkraft binnen 60 Sekunden weitere zweimal gestellt? Nur für den Fall, dass man sich während der Leibesvisitation noch schnell ein Jagdmesser gekauft haben sollte?

Eine Farce ist (gemäß Wikipedia) eine Metapher für einen durch unangemessene Herangehensweise abgewerteten Vorgang. Somit sind die derzeit implementierten und seit 1. Jänner 2010 in den USA gerade zusätzlich verschärften Sicherheitskontrollen genau das: eine Farce.

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Freie Fahrt für freie Bürger

… so oder so ähnlich lautete zumindest in meiner Erinnerung immer das Motto für die Möglichkeit auf bundesdeutschen Autobahnen bar jeglicher Geschwindigkeitsbeschränkungen vor sich hinzubolzen. Zugegeben: Die Autobahnkilometer, auf denen dieses Motto heutzutage gilt, sind auch schon erheblich eingeschränkt worden, aber so grundsätzlich umweht einen “jenseits der Grenze” schon noch etwas mehr das Lüfterl der automobilen Freiheit.

Sollten man aber einmal in die Verlegenheit kommen, mit einem – bevorzugterweise seinem – Auto mit über 320 km/h durch eine Hauptstadt glühen zu müssen aber nicht zu wissen, wo man das straffrei hinbekommen könnte, dann sollte einem Abu Dhabi in Dubai einfallen. Gefährte wie ein Lamborghini Murciélago LP670-4 SV oder ein Mercedes SLR 722 wären übrigens für ein derartiges Unterfangen recht adäquat, wie BBC zuletzt in Top Gear eindrucksvoll vorexerziert hat.

Als wir Buben noch kleiner waren, ging Spaß noch günstiger her, wenn ich mich richtig erinnere.
Aber es galt auch damals schon: Je Lärm desto Spaß.
Manche Dinge ändern sich vermutlich wohl noch länger nicht.

Humor in der Luftfahrt

Salzburg mag vielleicht nicht der größte denkmögliche Flughafen sein, aber Humor hat unser “Gate” zur Welt allemal: Die Fahrzeuge der Einweiser am Flugfeld tragen die sinnige Aufschrift EinweisAIR. Die Fluggasttreppe ist die AufsteigAIR und die Damen und Herren Sanitäter sind konsequenterweise die SanitätAIR.

Warum nur ist die Feuerwehr noch mit keiner neuen Bezeichnung beAIRt worden?

In einem Flughafen ala Frankfurt dürften derart spaßige Ausflüge gänzlich undenkbar sein. Denn dort, wo “an Hessen kein Weg vorbei” führt, stellt man als Fraport immerhin keinen geringeren Anspruch, als für das “Airport Management” zuständig zu sein. Die Schriftgröße, in der derartige Hinweise an die Gebäude gepinselt sind, dürfte wohl eher in dutzenden Metern gemessen werden, als in Pixeln.

Der Blinker: Das unbekannte Autozubehör

Synergieeinsparungen und Kostenoptimierungen zum Trotz beharrt die krisengeplagte Autoindustrie verblüffenderweise immer noch hartnäckig darauf, Blinker zu verbauen. Sowohl auf Österreichs als auch auf bundesdeutschen Autobahnen könnte man jedoch zu der Überzeugung gelangen, dass heutzutage nur mehr die allerwenigsten Fundamentalisten unter den Autofahrern überhaupt technisch noch in der Lage zu sein scheinen, besagtes Zubehör einer ordnungsgemäßen Verwendung zuzuführen.

Ich hatte heute bereits den Verdacht, die StVO würde die Anzeigepflicht des bevorstehenden Überholvorgangs (siehe § 15 “Überholen”, gemäß RIS) möglicherweise gar nicht mehr vorsehen.

Irrtum. Blinken ist noch bei weitem nicht dermaßen optional, wie es die geschätzten Mitverkehrsteilnehmer/innen glauben machen möchten.

Es interessiert nur eben keine Sau.

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