Werbung von der guten Sorte.

Wenn Werbung nicht so besch…lecht wäre, man könnte sie ja tatsächlich als Produktinformation verstehen.
Kann man aber nicht. Hauptsächlich wegen der Kernkomponenten von Werbung: Lug & Trug.

Aber ab und an gibt es Ausnahmen, Werbungen die Spaß machen, unter die Haut gehen, oder einfach nur gut gemacht sind. Ein Exemplar heute hier. Dank dem Dodge Charger.

Ein Fischer am Capitol in Athen.

April #1

Wir haben einen neuen Bundespräsidenten. Es ist der alte.
Was für eine Überraschung. Yeah.

April #2

Griechenland ist angeblich pleite, benötigt internationale Finanzhilfe im Ausmaß von weniger als einem jährlichen Budgetdefizit Deutschlands und muss dafür nicht nur quasi einen Offenbarungseid leisten, nein, darüber hinaus muss Griechenland auch noch all jene Sparmaßnahmen „sofort“ umsetzen, welche in anderen EU-Nationen in Wahlkampfzeiten gebetsmühlenartig angekündigt werden um nach Wahlen mit schlafwandlerischer Sicherheit wieder in der Versenkung zu verschwinden. Ich will nicht so sein: Sagen wir, sie werden halbherzig angegangen, oder – da immer etwas dringenderes dazwischenkommt – auf die längere Bank geschoben. Weil Sparen ist eben doch eher lästig, denn man befindet sich ja immer irgendwie im Wahlkampf und da kommen unangenehme – Wähler verschreckende – Maßnahmen wie Verwaltungsreformen mit einhergehenden Personalreduktionen im Staatsapparat einfach viel zu selten wie gerufen.

April #3

Die Anhörung der Goldman Sachs Leute vor dem Senatsausschuss am 27. April war spannender als so mancher Krimi. Nicht, dass die Senatoren erfolgreich den Eindruck vermitteln hätten können, die Abläufe und Zusammenhänge der inkriminierten CDOs erfasst zu haben, geschweige denn die genauen Aufgaben von Börsenmaklern verstanden zu haben, viel eher schien die öffentliche Befragung im Sinn einer „peinlichen Befragung“ im Vordergrund zu stehen.

Dass natürlich keiner der Befragten gemäß Selbsteinschätzung etwas falsch gemacht hat bzw. der Meinung ist, ethisch zweifelhafte Entscheidungen getroffen zu haben oder auch nur in irgendeiner Art und Weise die Finanzkrise mitzuverantworten, versteht sich von selbst. Sie haben die Ihnen gestellten Aufgaben als Börsenmakler nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt.

Ein Attentäter würde vermutlich in einer Selbsteinschätzung ähnlich antworten. Wenn er ein guter Vertreter seiner Zunft ist, seine Aufträge zur Zufriedenheit seiner Kunden erledigt, dann hat er keinen Fehler begangen. Was den Attentäter mit dem Börsenmakler verbindet ist – und darauf hätte der Senatsausschuss hinauslaufen können – inwiefern die Berufswahl den ursächlichen Fehler darstellt. Dass man in der Folge den einmal gewählten Beruf bestmöglich erledigen möchte, ist per se wenig verwerflich.

Aber immerhin: Die Burschen „stehen zu ihrer Verantwortung“. Was auch immer das heißen mag. Im Unterschied dazu wird ein Attentäter möglicherweise zur Verantwortung gezogen. Aber das könnte diesen Herren ja nun auch passieren.
Vielleicht wären sie besser Zuckerbäcker geworden. Das hätte viele Menschen vor einer Menge Schaden bewahrt, aber wohl weit mehr Menschen eine Menge Reichtum gekostet.

Frühlingswetter

""Langsam wird das Wetter ja wieder ganz annehmbar. Die Natur beginnt ähnlich explosionsartig zu blühen, wie die Wirtschaft es nach der angeblichen Weltwirtschafts- oder auch Finanzkrise vorgemacht hat. Inwiefern die Lehren, welche aus der Finanzkrise zu ziehen oftmals eingemahnt wurde, ansatzweise auch nur gedacht, geschweige denn umgesetzt werden, dürfte sich am Beispiel des Hedgefondsmanagers David Tepper mit seinen koportierten 4 Mrd. USD Einkommen für das Jahr 2009 ganz gut ablesen lassen.

Neiddiskussion hin, Herrn Teppers Spekulationsgeschick her: Wenn 11 Mio. USD pro Tag als Ergebnis eines kulturellen Wandels im globalen Wirtschaften zu verstehen sein sollen, dann haben da einige womöglich etwas noch nicht ganz verstanden.

Macht aber auch nichts, denn immer überschlagen sich die Bilanzpressekonferenzen der ach so krisengeschüttelten Banken ja auch in unreflektierter Selbstbeweihräucherung der jeweiligen Rekordgewinne.

Ein Schelm, wer dabei etwas böses denkt.

Aufgegeben wird ein Brief

Der heute im Tagesspiegel erschienene Kommentar “Die Krise – ein Schauspiel der Ohnmacht” liefert ein Resumée der vergangenen Finanzkrisenmonate, das sich gewaschen hat. Nicht zuletzt hinsichtlich des politischen Handtuchs, welches trotz vollmundiger Ankündigungen dann dennoch derart willfährig in den Ring geworfen wurde.

Ergänzend möchte ich dann eigentlich nur noch Erich Kästner zitieren:

An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun,
sondern auch die, die ihn nicht verhindern. (Erich Kästner)

Das Konzept der “Delegation nach oben” mag zwar einladend, aber bei weitem nicht immer sinnvoll sein; vor allem dann nicht, wenn “oben” dann dermaßen auf ganzer Linie gekniffen wird.

Daher darf man einfach nie vergessen, dass jede/r einzelne selbst auch in der Pflicht steht, die Welt zu verändern.
Jeden Tag ein kleines Stück. Wozu gibt’s denn sonst eine “Einflusssphäre”?

Aufgegeben wird ein Brief.

Taxi-Anekdoten

Ich nehme recht häufig die Dienste professioneller Chauffeure – ugs. “Taxler” – in Anspruch. Einerseits deshalb, da ich in mancher Hinsicht – wie bereits andernorts gebeichtet - eine faule Socke bin und andererseits, da ich es sehr genieße, chauffiert zu werden. Im Laufe der Jahre läppert sich da schon zwangsläufig ein recht buntes Repertoire an Erfahrungen zusammen.

In letzter Zeit durfte ich in Wien sowohl mein absolutes Highlight, als auch mein – hoffentlich – allzeitliches Tief erleben.

Um das Beste für den Schluss aufzubewahren: Manchmal bin ich einfach zu unaufmerksam, und da passiert es mir, dass ich in das erste Taxi einer wartenden Reihe einsteige. So geschehen zuletzt Anfang Feber. Ich war in Eile. Bereits unterwegs stellte ich fest, dass es sich um ein Rauchertaxi handelte, was mich einfach nur verwunderte, da ich gedacht hätte, dass diese Zeiten aus rein wirtschaftlichen Gründen vorbei wären. Bei der zweite Kreuzung musste ich irritiert feststellen, dass dem Taxler das Kinn kurz auf die Brust sank; ich begann genauer hinzusehen. Weder mein Chauffeur, noch der Wagen schienen seit längerer Zeit auch nur rudimentär gewaschen worden zu sein. Zigarettenstummel säumten den gesamten Boden, der rechte Aussenspiegel wurde nur durch ein – farblich abgestimmtes – schwarzes Isolierband an der Karosserie gehalten. Wenngleich die Fahrkünste grundsätzlich als durchaus routiniert gelten konnten, die laufende Einschlafneigung hinter dem Steuer trug maßgeblich zur erhöhten Nervosität meinerseits bei.
Aber ich hatte ja die Wahl: Aussteigen oder weiterfahren. Der Zug würde nicht auf mich warten. Aber es gibt immer einen nächsten Zug, wenn ich mich richtig an meine eigene Aussage erinnerte.
Ich entschloss mich für’s Weiterfahren.
Am Ziel war ich nahe dran, ein fürstliches Trinkgeld zu spendieren, allein schon für den Umstand, dass ich heil angekommen war. Es kam jedoch anders, da es am Wechselgeld scheiterte und der Taxler überraschenderweise von sich aus mit einem Schulterzucken auf einen beachtlichen Teil des Fahrgeldes verzichtete.
Was ich daraus gelernt habe? Nie wieder werde ich in ein Taxi einsteigen, dessen optisches Erscheinungsbild ich mir vorher nicht genauer angesehen und es für gut befunden habe.

Was mich zu meiner besten Fahrt bringt, die ich ungefähr zwei Monate vorher erleben durfte. Nach gleichem Muster ausgesucht (erster Wagen in der Reihe) hatte ich damals das Glück in einer wunderbar gepflegten E-Klasse Platz zu nehmen und von einem Fahrer im Anzug chauffiert zu werden. Entspannter, unaufdringlicher Jazz umfing mich, während die Wiener Innenstadt gemächlich an mir vorüber zog. In einer routiniert gleitenden Manier bewegte sich der Wagen in Richtung meines Zieles, ohne dass mein Chauffeur auch nur ansatzweise den Eindruck machte nicht zu wissen, welcher Weg der richtige wäre. Zurückhaltung lud zum willkommenen Abschalten ein.
Ab halber Wegstrecke begann ich ein Gespräch darüber, wie angenehm es ist, von einem Chauffeur alter Prägung mit gepflegtem Wagen gefahren zu werden. Denn von den ungefähr 4.300 Wiener Taxis scheint diese Beschreibung beileibe nicht auf den Großteil zuzutreffen. In der Folge hat er mir seinen beachtlichen beruflichen Werdegang sowie sein Geschäftsprinzip umrissen und mich in Vorfreude auf meine nächste Fahrt mit ihm an meinem Ziel abgesetzt.

Frei nach Manufaktum: „Es gibt sie noch, die guten Taxis.“

Kundenbegeisterung

Es war einmal der Versuch Kunden an ein Unternehmen zu binden. Das darauf abzielende “Customer Relationship Management” hat jedoch scheinbar noch mehr Potential. Kunden sollen “begeistert” werden. Vor dem Hintergrund, dass die Kundenbindung eine laufende Anstrengung darstellt, und ein begeisterter Kunde als „Fan“ des Unternehmens ein Selbstläufer ist, sollte sich dieses Modell also auszahlen. Wenn man an die Legionen von Apple-Kunden denkt, welche nie und nimmer zur Konkurrenzware greifen würden sondern darüber hinaus noch Apple-Aktien halten, ist es verständlich, dass etliche andere Unternehmen auch gerne in vergleichbar komfortabler Position wären.

Aber es ist wieder einmal dieses verzwickte Problem mit der Zielsetzung: So wie Gewinne zu erwirtschaften nicht die primäre Motivation eines Unternehmens sein kann, sondern nur ein Nebeneffekt, um das Fortbestehen zu ermöglichen, wenn der eigentliche Unternehmenszweck erfolgreich erfüllt wird (siehe Peter F. Drucker), so verhält es sich auch mit der Haltung von Kunden gegenüber dem Unternehmen: Tue das, was Du tust aus Überzeugung und in der Folge mit Begeisterung.
Der Rest kommt von selbst.

Sich jedoch auf den Rest zu konzentrieren ist eine beachtliche Themenverfehlung.

Außer für jene Berater, welche mit „Kundenbegeisterung“ ein neues Betätigungsfeld zu generieren versuchen, welches ohne sie – und mit etwas mehr Hausverstand – nicht existierte. Was sie damit schaffen ist im Rahmen ihrer eigenen Kundenkartei zumindest eine Form von Kundenbindung.

Wer zu oft Ja sagt, kann nicht mehr Nein sagen

Wie ein Freund so treffend formulierte: Irgendwann kommt für etliche Führungskräfte auf der Karriereleiter jene Sprosse, bei deren Betreten das verhängnisvolle „Ja“ zum Aufstieg fällt. Damit ist die betroffene Person dann so hoch angekommen, wie sie es selbst nie für möglich gehalten hätte. Der Abstieg wäre dann schon schmerzlich. Nicht nur in finanzieller Sicht, nein auch in der damit verbundenen, befürchteten sozialen Sicht. Wer weiß, gelingt es einem noch einmal, so hoch heraufzukommen? Man ist vielleicht auch gewisse familiäre Verpflichtungen eingegangen, Nachwuchs ist auch schon da.

Und dann kommt sie zum ersten Mal: Die erste Vorgabe von noch höher oben, deren Umsetzung einem erhebliches Unwohlsein verursacht. Mitarbeiter abbauen, Kosten zum x-ten Mal massiv kürzen, was auch immer.

Man erlebt seine eigene Austauschbarkeit: Wenn man sich nicht um die Umsetzung der gewünschten Vorgaben asap kümmert, wird ein anderer Manager gesucht und – darauf könne man sich verlassen – auch zu günstigeren Konditionen umgehend gefunden; natürlich ruht volles Vertrauen auf einem, aber – nun ja, es gäbe eben immer Optionen.

Man schläft mittlerweile auch eher weniger gut. Das restliche Gewissen meldet sich unangenehm oft.

Wenn man der/die richtige ist, endet diese Phase in Bälde und man arrangiert sich. Die professionell gute Miene zum fremdbestimmten Spiel wird auf Abruf verfügbar. Wenn man selbst die Kündigungen, Kürzungen etc. nicht umsetzt, macht’s eben ein anderer. Daher sagt man „ja“.

Denn „nein“ ist keine Alternative.

Nie wieder.

Auch kein kleiner Preis für üppiges Schmerzensgeld und das Wissen, dass weiter oben die Wiesen immer noch grüner und für einen selbst dennoch nicht erreichbar sind.
Ausser vielleicht man sagt ausreichend oft und hinreichend schnell “ja”.

Acht Regeln für eine Revolte

Seit vielen Jahren – gefühlt über zehn, aber die Zeit vergeht ja verflixt schnell, daher: wer weiß – freue ich jedes Monat, wenn die aktuelle Ausgabe von brand eins ihren Weg in meinen Postkasten gefunden hat und ich wieder ein paar Wochen mit Lesestoff versorgt bin.
brand eins kann ich nur bedächtig lesen. Ich will es nicht verschwenden.

Ein Artikel begleitet mich seit nunmehr neun Jahren und heisst “Acht Regeln für eine Revolte“. Nein, es ist kein Aufruf zur Gewalt. Vielmehr proklamiert dieser Artikel acht Themen, ohne die es schlichtweg nicht möglich ist, berufliche Aufgaben “gut” zu erledigen. Und wenn es etwas wert ist getan zu werden, sollte es ja bekanntlich gut gemacht werden.

Es dreht sich dabei unter anderem darum herauszufinden, was man wirklich will, sich dafür dann auch wirklich die nötige Zeit zu nehmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Und nicht lange herumzufackeln sondern es dann einfach zu tun und irgendwo damit anzufangen.

Perfektion ist unerreichbar. Aber am sichersten kann Perfektion dann nicht erreicht werden, wenn aus Furcht vor der falschen Entscheidungen “sicherheitshalber” überhaupt nicht begonnen wird.

Alle paar Jahre ist es ratsam, sich mit dem Inhalt der erwähnten acht Regeln auseinanderzusetzen. Zumindest mir scheint es gut zu tun. Immerhin werden diese einfachen und in sich höchst effizienten Gedankengänge in täglich erlebten Konzernstrukturen laufend aufs Neue zum Schaden ganzer Heerscharen an Kunden und Mitarbeitern konterkariert.

Daher tut eine periodische Rückbesinnung einfach Not.

Steuermann Ego

Ein Freund eines Freundes hat einen Freund der jemanden kennt, der in einem größeren Unternehmen arbeitet. (Das muss ich jetzt zwar noch einmal kurz nachzählen, aber ja, das sollte so in etwa stimmen.)

Angeblich werden dort „Werte“ groß geschrieben. Nicht weil das Rechtschreibbewusstsein dort mit Volksschulniveau mithalten kann, nein, viel eher da nämliche Werte quasi eine zwingende Konsequenz der Unternehmenskultur wären.

Ich finde es beneidenswert, wenn eine Unternehmenskultur derart tief verankert ist, dass die Werte bloß noch auf ein Blatt Papier geschüttelt werden müssen.

Gar nicht auszumalen, wie es im gegenteiligen Fall sein müsste, wenn man versuchte, eine Vereinheitlichung der Unternehmenskultur herbeizuführen, indem zuerst eine Hand voll gekünstelter Wertebegriffe von zentraler Stelle in eine Richtlinie gegossen und dann Mitarbeitern eindoktriniert werden, aufdass diese sie zu ihren täglich gelebten „Werten“ machen mögen, oder? Nein, letzteres kann gar nie nicht vorkommen. Und gottlob schon gar nicht in dem eingangs genannten Unternehmen, in dem dieser Bekannte eines Freundes von dem erwähnten Freund tätig ist.

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Trugschluss Bankensteuer

Bundeskanzler Faymann wird auf ORF.at mit der Aussage zitiert, dass er für die bisher ablehnende Haltung der großen Geldinstitute gegenüber einem “moderaten solidarischen Beitrag zur Bewältigung der Kriseüberhaupt kein Verständnis” habe.

Wollen wir eine kleine Überlegung anstellen: Bei uns – in der ach so zivilisierten westlichen Hemisphäre – herrscht der Kapitalismus. Wenn wir es uns schön reden, dann sprechen wir noch immer gern von der ökosozialen Marktwirtschaft.  Bei genauerer Betrachtung hat diese ihre beste Zeit aber zum Leidwesen vieler bereits hinter sich und musste der reinen Lehre des global umtriebigen Kapitalismus seit langem weichen.

In der Folge stehen nicht soziale Aspekte im Fokus sondern kapitalistische Kenngrößen wie der bereits viel geprügelte Shareholder-Value. Letztgenanntes goldene Kalb und alle anhängigen gottgleichen Prioritäten sind unantastbar. Dies wird auch dadurch immer wieder bewiesen, dass zur Erreichung der immer kürzer terminisierten Ziele keine Mittel zu abstrus erscheinen. Immerhin rechtfertigt der Zweck (= das Ziel) die Mittel.

Wer jetzt glaubt, dass eine „Solidarabgabe“ (die so bezeichnet wird, um das „böse“ Wort „Steuer“ nicht verwenden zu müssen) erliegt folgendem Denkfehler: Das vorrangigste kapitalistische Ziel ist die Erwirtschaftung von Gewinn. Dass das gerade bei den Paradevertretern des Kapitalismus, nämlich dem Bankensektor, am unzweifelhaftesten ausser Diskussion steht, sollte keiner gesonderten Erwähnung bedürfen.

Unabhängig davon, ob der Herr Bundeskanzler sich nun € 500 Mio. oder ein Vielfaches davon erträumt: Banken werden von ihren mehrjährig voraus geplanten Gewinnzielen keinen Millimeter abweichen und eine allfällige Solidarabgabe eins zu eins (im Idealfall plus eines „Bearbeitungsaufschlags“) an die Kunden – und somit uns alle – unter einem sicher nicht leicht zu entdeckenden Deckmäntelchen weiterreichen. (Darf ich bei dieser Gelegenheit eine “SB-Zonen-Betretungsgebühr” anregen? Das käme sicher gut.)

Die derzeit ablehnende Haltung der Banken motiviert nicht daraus, dass sie um ihre ertragsseitigen Felle fürchten. Ganz zweifellos nicht. Aber zusätzliche Gebühren und Verteuerungen, über welche die Solidarabgabe auf die Kunden abgewälzt werden müsste, wären keine Hilfe in den laufenden Bestrebungen zur Rückgewinnung des Kundenvertrauens.

Etwas mehr Kreativität bezüglich Erziehungsmaßnahmen des Bankensektors muss daher von der Politik schon eingefordert werden. Denn monetäre „Strafen“ werden bei jener Branche, die das Geld erfunden hat nämlich schwerlich einen bleibenden, geschweige denn einen erzieherischen Eindruck hinterlassen.
Aber ob unsere politische Führung das ausgerechnet diesmal schaffen wird?
Für uns erfahrene Staatsbürger ist eine gute Portion Skepsis leider wieder einmal angesagt.

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